Foto: Thron UIlberg

 

Die dunklen Tage und die langen Nächte werden von glitzernden Lichtern erhellt, es riecht nach Plätzchen und Lebkuchen und mit viel Glück fällt sogar Schnee, der die Welt unter seiner winterlichen Decke vergräbt. Keine Frage, Weihnachten gehört zur schönsten Zeit des Jahres. Besonders dann, wenn wir diese besonderen Tage mit den Menschen verbringen, die uns am wichtigsten sind: mit Familie und Freunden.

Von einem musikalischen Weihnachtsfest der besonderen Art träumte auch Nils Landgren lange Zeit. Ein Fest mit guten Freundinnen und Freunden sollte es sein – und natürlich mit vielen verschiedenen Weihnachtsliedern aus aller Welt. Denn was bringen all die Lichter, die Plätzchen und sogar der Schnee, wenn die richtige Musik fehlt? Mit dem Album „Christmas With My Friends“ erfüllte Landgren sich 2006 erstmals seinen musikalischen Weihnachtswunsch.

© Ansgar Klostermann
Zitat aus der Jury-Begründung

Zwei Jahre später konnten er und seine Freunde den Nachfolger präsentieren. Und dann noch einen und noch einen und noch einen … Sieben weihnachtliche Alben sind es inzwischen – und jedes von ihnen eine musikalische Feier der Freundschaft, des Zusammenhalts, der Liebe und des Friedens.

Weihnachten mit Freunden? Das dürfte in diesem Jahr – wie schon im letzten – zuweilen schwierig werden. Zu beherrschend ist noch immer die Pandemie. Umso schöner, dass Landgrens Konzert „Christmas With My Friends“ nach einer Verlegung von der Lutherkirche ins geräumigere Kurhaus Wiesbaden am Samstag, den 11. Dezember, stattfinden konnte. Und es war ein ganz besonderer Abend. Nicht nur weil das Publikum – trotz Schachbrettmuster und Masken – pure Weihnachtsidylle erleben durfte, sondern vor allem, weil Nils Landgren im Rahmen des Konzerts mit dem 28. Rheingau Musik Preis geehrt wurde – als erster Jazz-Musiker überhaupt. Festivalintendant Michael Herrmann und Claus Wisser, Vorsitzender des Rheingau Musik Festival e.V., überreichten Landgren die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Das Preisgeld wird jährlich vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung gestellt.

Landgren ist seit 2004 ein gern gesehener – und vor allem gern gehörter – Gast beim Rheingau Musik Festival. 2015 war er Fokus Jazz-Künstler des Festivals. Er weiß nicht nur die Herzen echter Jazzfans zu gewinnen. Auch jene, die meinen, keinen Jazz zu mögen, verfallen der Musik und dem authentischen Charme des Mannes mit der roten Posaune. „Mit Nils Landgren zeichnen wir einen der bedeutendsten Jazzmusiker Europas und eine einzigartige Musikerpersönlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter und vielseitiger Musiker, sondern auch Produzent, Festivalleiter, Talentscout, Inspirator und vor allem Kosmopolit – immer getrieben von einer unbändigen Leidenschaft für das, was er tut“, begründet die Jury ihre Entscheidung und betont auch Landgrens besonderes Engagement: „Als umtriebiger Netzwerker, Mentor, Lehrer und Bühnenpartner setzt er sich unermüdlich für junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa ein und ist die Schlüsselfigur für viele Karrieren.“

Es ließe sich leicht über die vielen Erfolge Nils Landgrens schreiben. Über die Medaillen, die ihm von König Carl Gustav von Schweden verliehen wurden, über das deutsche Bundesverdienstkreuz, über das Jazz Baltica Festival, dessen Besucherzahlen sich unter Landgrens Leitung verdreifacht haben. Das alles zeigt den Stellenwert, den Musik in der Gesellschaft einzunehmen vermag. Und dabei geht es vor allem um die Musik eines einzigartigen Künstlers. Musik, die ihre Zuhörerinnen und Zuhörer direkt trifft und träumen lässt von den vergangenen – und zukünftigen – Weihnachtsfesten mit den Menschen, die uns am liebsten sind.

© Ansgar Klostermann
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Foto: Sim Canetty Clarke

Text: Theresa Awiszus

 

 

Was könnte die Adventszeit schöner machen als ein Abend voller britischer Chormusik, dargeboten von einem Ensemble, das in der Chorszene seinesgleichen sucht? Der mehrfach ausgezeichnete Tenebrae Choir hat bereits im Sommer 2021 in zwei wunderbaren Konzerten das Publikum im Rheingau mit seinen perfekt ausgeloteten, lupenreinen Klängen in seinen Bann gezogen. Nun hätten die herausragenden Interpreten mit ihrem Adventskonzert „A Very English Christmas“ mit Werken verschiedenster englischer Komponisten der vor allem jüngeren Vergangenheit ihren Fokus beim Rheingau Musik Festival in dieser Woche beschlossen.

Doch pandemiebedingt musste das für den 8. Dezember 2021 geplante Konzert um etwa ein Jahr verschoben werden. Um die 364-tägige Pause zu überbrücken, geben wir Ihnen hier nun schon einen Einblick in die „Himmlischen Chorklänge in der Vorweihnachtszeit“, die in einem Jahr endlich erklingen werden!

Tenebrae Choir © Nick White
Tenebrae Choir © Nick White
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Wie jedes Jahr kommt sie schneller als gedacht: die wunderbare Adventszeit mit ihrer Gemütlichkeit, den Plätzchen, Adventsmärkten und dem Trubel um das schönste Weihnachtsgeschenk. Was diese Zeit aber auch in einem besonderen Maße begleitet, ist die Musik. Von den üblichen Radio-Weihnachtshits über stimmungsvolle Adventskonzerte bis hin zum gemeinschaftlichen Singen unter dem Weihnachtsbaum – Musik ist ein essenzieller Bestandteil dieser Wochen bis zu den Weihnachtsfeiertagen.

Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern dieser Welt hat die Musik rund um das Weihnachtsfest eine lange Tradition. Etwa in Großbritannien werden seit Jahrhunderten die sogenannten Christmas Carols in der Vorweihnachtszeit gesungen – und das nicht nur im Kreis der Familie und in der Kirche, sondern auch im kleinen Chor auf der Straße oder anderen öffentlichen Plätzen. Carol Singing nennt sich diese alte Tradition, und dabei geht es vor allem um Gemeinschaft: die gemeinschaftliche Vorfreude auf Weihnachten, aber auch das Sammeln von Spendengeldern für einen wohltätigen Zweck.

 

Wie schön das gemeinsame Singen – nicht nur, aber auch in der Weihnachtszeit – ist, wissen im Besonderen die Sängerinnen und Sänger des englischen Tenebrae Choirs. Unter der Leitung von Nigel Short, einem ehemaligen Mitglied der King’s Singers, präsentieren die exzellenten Musikerinnen und Musiker dieses Kammerchores aus London eine Gesangskultur voller Leidenschaft, glasklarer Intonation und herausragender Vokaltechnik. Bekannte und unbekannte Werke werden zu einem faszinierenden Klangerlebnis, Konzerte zu einem lebendigen Hörraum. Die Interpretationen des Ensembles leben dabei besonders vom Gespür für die Sinnlichkeit von Musik. Und Sinnlichkeit und Besinnung spielen bekanntermaßen ja auch eine große Rolle im Advent.

Nigel Short © Chris O'Donovan
Nigel Short © Chris O'Donovan
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In einem Jahr werden die Sängerinnen und Sänger den Werken von Ralph Vaughan William, Joanna Forbes L’Estrange, Adrian Peacock, Bob Chilcott und vielen mehr die feinsten Klangnuancen entlocken und mit dem großen Farbreichtum, welcher der britischen vorweihnachtlichen Vokalmusik innewohnt, spielen. Mit unvergleichlicher Homogenität und stimmlicher Qualität führt der Tenebrae Choir dann die große englische Chortradition der Christmas Carols und anderer Weihnachtsweisen im 21. Jahrhundert fort. Eines der berühmtesten Carols, „I Wish You a Merry Christmas“, wird an diesem Abend natürlich nicht fehlen und in einem Arrangement des Chorleiters Nigel Short erklingen!

Tenebrae Choir © Sim Canettc Clarke
Tenebrae Choir © Sim Canettc Clarke

Yulianna Avdeeva © C. Schneider

 

Yulianna Avdeeva wurde von The Daily Californian als „ein Spektakel reiner Klasse“ und von der Financial Times als eine Künstlerin gefeiert, die „die Musik atmen lässt“. Seit dem Chopin-Wettbewerb 2010, bei dem sie den ersten Preis mit ihrer „detaillierten Spielweise“ gewann, die „der von Chopin gleichkommt“ (The Telegraph), erlangte sie weltweite Anerkennung. Als Pianistin mit feurigem Temperament und Virtuosität spielt Avdeeva mit Kraft, Überzeugung und Autorität und hat damit das Publikum auf der ganzen Welt überzeugt.

Gemeinsam mit der Geigerin Julia Fischer wird die Pianistin den Konzertfrühling Ingelheim in einem „Frühblüher“-Konzert am 12. November eröffnen. Wir haben sie vorab auf ein Interview getroffen.

Viele kennen Sie als Gewinnerin des renommierten Chopin-Wettbewerbs 2010. In diesen Tagen erinnern sich viele daran, da der Chopin-Wettbewerb 2020 ( /2021) gerade zu Ende gegangen ist. Diese Wettbewerbe können gut als Sprungbrett für die Karriere einer Musikerin oder eines Musikers dienen. Wie war das für Sie? Wie haben Sie die letzten 10–11 Jahre erlebt?

Der Chopin-Wettbewerb 2010 wird mir als ein absolut einzigartiges Ereignis in Erinnerung bleiben, denn in diesem Jahr war es auch das 200-jährige Jubiläum Frédéric Chopins. Die Atmosphäre in der Stadt war gerade deswegen absolut einzigartig und umwerfend. Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich den Chopin-Wettbewerb 2010 gewonnen habe, denn es war natürlich ein Schlüssel, der mir viele Türen geöffnet hat. Seitdem habe ich viele wertvolle Möglichkeiten gehabt, mit großartigen Dirigenten und hervorragenden Orchestern zu arbeiten und auf der ganzen Welt aufzutreten.

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Yulianna Avdeeva © C. Schneider
Yulianna Avdeeva © C. Schneider

Wie sieht der Vorbereitungsprozess für einen Wettbewerb dieser Größenordnung aus?

Das Einzigartige am Chopin-Wettbewerb ist, dass man lediglich Werke von Frédéric Chopin vorbereitet. Für mich bedeutete dies, dass ich mich eine Zeit lang außerordentlich tief, vor allem emotional, in die Welt Chopins begeben und eingearbeitet habe. Das heißt, ich habe nicht nur seine Werke studiert und mich in seine Musik vertieft, sondern auch viel über die Zeit gelernt, in der er lebte. Zum Beispiel habe ich viele Bücher seiner Zeitgenossen gelesen, denn viele große Schriftsteller und Maler waren mit Chopin befreundet. All diese Bücher und Zeittestamente waren wunderbare Inspirationsquellen! Natürlich ist dies ein nie endender Prozess und jeden Tag lerne ich etwas Neues über Chopins Welt, und das führt jedes Mal zu einem neuen, sehr intimen und sehr persönlichen Blick auf Frédéric Chopin und seine Musik. Es macht ihn für mich greifbarer, menschlicher.

Nach dem ausführlichen Vorbereitungsprozess stehen Sie dann auf der Bühne und versuchen, Ruhe zu bewahren und sich auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren. Wie haben Sie das gemacht und wie machen Sie das immer noch? Haben Sie Routinen oder Übungen?

Für mich persönlich ist dieser Moment des Live-Auftritts, des Konzertes, ein außergewöhnlicher Moment! Denn es ist die einzige Gelegenheit, in der ich die Möglichkeit habe, mit den Menschen im Publikum zu kommunizieren. Mit Menschen, die ich eigentlich nicht persönlich kenne. Aber durch die Sprache der Musik verbinden wir uns miteinander! Das ist der Grund, warum es für mich eine so große Freude ist, ein Konzert zu spielen. Denn diese Kommunikation findet auf einer ganz besonderen emotionalen Ebene statt.
Während des Chopin-Wettbewerbs 2010 fühlte es sich für mich deswegen auch nicht wie ein Wettbewerb an, weil das Warschauer Publikum sehr enthusiastisch ist. Es fühlte sich für mich eher wie eine Feier von Frédéric Chopin und seiner Musik und nicht wie Stress und Nervosität an.

 

 

Für den Chopin-Wettbewerb haben Sie eine große Anzahl von Werken dieses großen und sehr bekannten Komponisten Frédéric Chopin gemeistert. Heutzutage scheinen Sie jedoch immer wieder neue und unbekannte Stücke finden zu wollen, um sie dem Publikum zu präsentieren. Warum und wie finden Sie diese Stücke?

Natürlich wird die Musik von Frédéric Chopin immer eine besondere Rolle in meinem Repertoire spielen, aber ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Ich denke, dass alle musikalischen Epochen irgendwie miteinander verbunden sind. Die Musik des Barock zu kennen oder auch die Musik des 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössische Musik zu spielen, hilft mir sehr, neue Ideen für die Interpretation der Musik von Frédéric Chopin zu entwickeln. Denn die Musik anderer Komponisten hilft dabei, neue Impulse für das Verständnis sehr bekannter und sehr oft gespielter Stücke zu finden.
Ich bin nicht explizit auf der Suche nach unbekannter Musik. Es passiert einfach ganz natürlich: Ich werde von meinen Kollegen oder Freunden durch ihr Repertoire inspiriert oder entdecke einfach ein Stück, das mir gefällt. Selbst wenn es nicht sehr bekannt ist, lohnt es sich, es vorzustellen und mit anderen zu teilen. Denn es gibt so viele tolle Komponisten und sogar Werke von sehr bekannten Komponisten, die aus irgendeinem Grund nicht oft gespielt werden. Viele von ihnen sind es wirklich wert, dass sie mit dem Publikum geteilt werden.

 

Auch auf Ihrer kommenden Tournee spielen Sie mit Julia Fischer ein recht unbekanntes Werk: Die Violinsonate Nr. 2 von George Enescu – wie kam es dazu?

Ich kenne Julia Fischer schon sehr lange. In den vergangenen Jahren haben wir einige Tourneen gemeinsam bestritten. Es ist immer ein sehr interessanter und kreativer Prozess mit Julia ein Programm zusammenzustellen. Denn sie ist sehr offen, neugierig und motiviert, unterschiedlichstes Repertoire auszuprobieren. So auch mit Enescus Violinsonate Nr. 2: Es ist ein äußerst interessantes Werk und wir waren sofort sehr angetan. So kam es, dass wir es in unser nächstes Tourneeprogramm aufgenommen haben.

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Für Kammermusik braucht man eine besondere und ganz enge Verbindung zu seinem Duopartner. Wie sieht diese Verbindung mit Julia Fischer aus und wie intensivieren Sie diese in ihren gemeinsamen Proben?

Es ist immer eine Freude und macht Spaß, mit Julia zu spielen und gemeinsam auf Tournee zu gehen! Für unsere gemeinsamen Probe bereiten wir uns erst allein vor, und kommen dann zusammen, um musikalische Ideen auszutauschen und auszuprobieren. Ich genieße es sehr, mit Julia zu proben, denn es ist immer ein sehr kreativer und energiegeladener Prozess, voller Spontaneität.

Foto: Kurhaus Wiesbaden © Marco Borggreve

Wer hätte gedacht, dass bereits 1946 im noch vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschland wieder Musik erklingen würde? Musik, die nach der Schreckenszeit Hoffnung und Trost spendete.

Lothar Wolfgang war es, der mit viel Mut die Konzertreihe „Meisterkonzerte Wiesbaden“ in jener Zeit ins Leben rief. Die Anfänge waren zwar bescheiden, doch der Grundstein war gelegt. Im September 1946 erklang das erste „Meisterkonzert“ – damals allerdings noch nicht im Kurhaus Wiesbaden.

Zu den ersten Spielstätten gehörten unter anderen das Walhalla-Theater, das Palast-Theater auf der Wilhelmstraße und die Aula am Boseplatz, der heute Platz der Deutschen Einheit heißt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits wenige Wochen nach dem ersten Konzert mussten „nach der über Erwarten regen Nachfrage“ fünf Sonderkonzerte geplant werden, wie eine damalige Programmankündigung bezeugt.

Erste Programmankündigung (1946)
Erste Programmankündigung der „Meisterkonzerte“ 1946.
(links:) Titelseite des ersten Programmhefts für das erste „Meisterkonzert“ im September 1946. Auf dem Programm stand eine Violinmatinée mit Gerhard Taschner – Konzertmeister der Berliner Philharmoniker – und Heinrich Schacker (Klavier). // (rechts:) Ankündigung von 5 Sonderkonzerten 1946. Die „Meisterkonzerte“ stießen bereits nach den ersten Konzerten auf rege Nachfrage, sodass direkt weitere Konzerte geplant wurden.

Schon bald gastierten in Wiesbaden „die ganz Großen“. Zu den Glanzlichtern der „Ära Wolfgang“ gehören heute zu Legenden gewordene Künstler wie Wilhelm Kempff oder Sviatoslav Richter, Yehudi Menuhin, David Oistrach, Mstislaw Rostropowitsch oder Maria Callas. Neben bedeutenden Solokünstlern fanden auch zunehmend große Orchester in Wiesbaden eine Bühne. Zu einer der Sternstunden zählt ohne Frage ein Gastkonzert mit Herbert von Karajan mit seinen Berliner Philharmonikern.

Kurhaus Wiesbaden © Heike Rost
Der Friedrich-von-Thiersch-Saal in seiner Pracht im Kurhaus Wiesbaden. // Foto © Heike Rost

Nach rund 40 Jahren wurde die Konzertreihe von Wilfried Strohmeier mit der Konzertdirektion Kempf übernommen und fortgesetzt. Und die Liste der bedeutendsten Künstler lässt sich auch in diesen nächsten 30 Jahren leicht verlängern. Künstler wie Claudio Arrau, Vladimir Ashkenazy, Krystian Zimerman und Dietrich Fischer-Dieskau erfüllten den Friedrich-von-Thiersch-Saal im Kurhaus mit ihrer Kunst und zeitlos gewordener Musik.

Angelehnt an die Interessen des Publikums entwickelte sich die Reihe in jener Zeit nach und nach weiter. Standen anfangs vornehmlich Kammermusik-Abende im Vordergrund, so wurden bald vermehrt internationale Orchesterkonzerte in das Programm mitaufgenommen. Eine Tradition setzt sich allerdings bis heute fort: großen Solisten und internationalen Klangkörpern in Wiesbaden eine Bühne zu bieten und die bedeutendsten Werke der Musikgeschichte zum Erklingen zu bringen.

Nach über 30 Jahren übernahm Friederike Klostermann-Gruber ab der Saison 2018/19 die Leitung der Meisterkonzerte Wiesbaden, die sie als Mitarbeiterin der Konzertdirektion Kempf seit fast 15 Jahren mit Begeisterung begleitet, organisiert und mitgestaltet hatte.

Mit der Saison 2020/21 wurden die „Meisterkonzerte Wiesbaden“ und „Wiesbaden Musik“ zusammengeführt. Damit verflechten sich mehr als nur zwei Konzertreihen: Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Fortschritt, Erfahrung und künstlerische Qualität. Mit dieser Verbindung wird der altbekannte Pfad der „Meisterkonzerte Wiesbaden“ aufgenommen und damit die lange Tradition fortgesetzt.

Um der langen Traditionsgeschichte und dem Jubiläum der Meisterkonzerte gebührenden Glanz zu verleihen, startet die neue Saison mit einer Jubiläumsgala. Hierfür kommen neben dem renommierten Geiger Christian Tetzlaff auch das Konzerthausorchester Berlin und sein aktueller Chefdirigent Christoph Eschenbach nach Wiesbaden.

Christoph Eschenbach © Manu Theobald
Christoph Eschenbach ist am 2. November bei der großen Jubiläumsgala zu erleben. // Foto © Manu Theobald
Partitur zur Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber (Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz,1820)
Partitur zur Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, 1820 (Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Mus.ms.autogr. Weber, C. M. v. 7).

Auch die Berliner feiern in diesem Jahr ein bedeutendes Jubiläum: Vor 200 Jahren wurde ihre Heimstätte, das Schauspielhaus und heutige Konzerthaus am Gendarmenmarkt, eröffnet. Nur wenige Tage später brachte Carl Maria von Weber in diesem neuen Kunsttempel seinen „Freischütz“ zur umjubelten Uraufführung – und schrieb Musikgeschichte: Den Start in eine neue Zeitrechnung der Oper markiert das hochromantische Bühnenwerk. Und auch in Wiesbaden stehen die Zeichen auf Aufbruch: Mit frischem Schwung und voller exklusiver Konzerterlebnisse eröffnet im Kurhaus eine neue Saison, die eine bedeutende Tradition im Wiesbadener Musikleben fortsetzt.

Wir freuen uns, den Beginn der neuen Saison und das 75-jährige Jubiläum gemeinsam mit Ihnen zu feiern und Sie bei unserer Jubiläumsgala begrüßen zu dürfen!

Karten- und Infotelefon: 0 67 23 / 60 21 70
meisterkonzerte-wiesbaden.de

Sol Gabetta © Julia Wesely

ADAC-Reisen für Musikfreunde!

Schön, dass Sie den einzigartigen Kulturgenuss im Rheingau erleben möchten. Die schönsten Spielstätten, von Burgen über Schlösser bis hin zu den historischen Winzerhöfen des Rheingaus, bilden den faszinierenden Rahmen für Ihren exklusiven Konzertbesuch. Sie werden staunen, wie harmonisch der Dreiklang aus Kultur, Natur und Wein im Rheingau abgestimmt ist. Es lohnt, länger zu bleiben.

Wir haben einige Arrangements für Sie zusammengestellt, eines davon sind die ADAC-Reisen für Musikfreunde!

Unser Reisepartner ADAC Musikreisen bietet in diesem Festivalsommer wieder zwei Gruppenreisen und fünf Individualreisen zum Rheingau Musik Festival an mit Hotelaufenthalt in der schönen Kurstadt Wiesbaden. Auf dem Programm stehen wunderbare Konzerte mit den Künstlern Khatia Buniatishvili, Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra, Andreas Ottensamer, Hélène Grimaud, der Camerata Salzburg und Bomsori Kim, dem Gstaad Festival Orchestra und Sol Gabetta, Jan Lisiecki und vielen anderen in schönen Spielstätten wie im Kreuzgang und in der Basilika von Kloster Eberbach oder im Kurhaus Wiesbaden. Musik- und Kulturgenuss in einer der schönsten Regionen Deutschlands sind hier garantiert!

Aktuelle Reiseangebote

19.–23. August 2021 // Gruppenreise // Konzertreise

Die herausragenden Solistinnen Sol Gabetta und Khatia Buniatishvili gastieren mit dem Gstaad Festival Orchestra beim Rheingau Musik Festival. Das wunderschöne Klaviertrio a-Moll op. 50 von Tschaikowski erleben Sie auf Schloss Johannisberg mit Weltklasse-Künstlern/innen. Exklusive Führungen und Musikdarbietungen entführen Sie in die Kurstadt Wiesbaden des 19. Jahrhunderts. Kulinarische Genüsse komplettieren die Kultur- und Musikerlebnisse.

 

Weitere Informationen

31. August –04. September 2021 // Festspielreise // Gruppenreise // Konzertreise

Erleben Sie hochkarätige Konzerte im Kurhaus Wiesbaden und auf Schloss Johannisberg mit den Ausnahmekünstlern Jan Vogler, Daniel Hope und Khatia Buniatishvili. Mit dem großartigen Royal Philharmonic Orchestra und der Violinistin Bomsori Kim hören Sie das wunderbare Violinkonzert von Tschaikowski. Erleben Sie den schönen Rheingau mit dem berühmten Kloster Eberbach und genießen Sie Gaumenfreuden.

Weitere Informationen

Bomsori Kim © Harald Hoffmann
Bomsori Kim © Harald Hoffmann

Alle Informationen unter: www.adac-musikreisen.de