Foto: Thron UIlberg

 

Die dunklen Tage und die langen Nächte werden von glitzernden Lichtern erhellt, es riecht nach Plätzchen und Lebkuchen und mit viel Glück fällt sogar Schnee, der die Welt unter seiner winterlichen Decke vergräbt. Keine Frage, Weihnachten gehört zur schönsten Zeit des Jahres. Besonders dann, wenn wir diese besonderen Tage mit den Menschen verbringen, die uns am wichtigsten sind: mit Familie und Freunden.

Von einem musikalischen Weihnachtsfest der besonderen Art träumte auch Nils Landgren lange Zeit. Ein Fest mit guten Freundinnen und Freunden sollte es sein – und natürlich mit vielen verschiedenen Weihnachtsliedern aus aller Welt. Denn was bringen all die Lichter, die Plätzchen und sogar der Schnee, wenn die richtige Musik fehlt? Mit dem Album „Christmas With My Friends“ erfüllte Landgren sich 2006 erstmals seinen musikalischen Weihnachtswunsch.

© Ansgar Klostermann
Zitat aus der Jury-Begründung

Zwei Jahre später konnten er und seine Freunde den Nachfolger präsentieren. Und dann noch einen und noch einen und noch einen … Sieben weihnachtliche Alben sind es inzwischen – und jedes von ihnen eine musikalische Feier der Freundschaft, des Zusammenhalts, der Liebe und des Friedens.

Weihnachten mit Freunden? Das dürfte in diesem Jahr – wie schon im letzten – zuweilen schwierig werden. Zu beherrschend ist noch immer die Pandemie. Umso schöner, dass Landgrens Konzert „Christmas With My Friends“ nach einer Verlegung von der Lutherkirche ins geräumigere Kurhaus Wiesbaden am Samstag, den 11. Dezember, stattfinden konnte. Und es war ein ganz besonderer Abend. Nicht nur weil das Publikum – trotz Schachbrettmuster und Masken – pure Weihnachtsidylle erleben durfte, sondern vor allem, weil Nils Landgren im Rahmen des Konzerts mit dem 28. Rheingau Musik Preis geehrt wurde – als erster Jazz-Musiker überhaupt. Festivalintendant Michael Herrmann und Claus Wisser, Vorsitzender des Rheingau Musik Festival e.V., überreichten Landgren die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Das Preisgeld wird jährlich vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung gestellt.

Landgren ist seit 2004 ein gern gesehener – und vor allem gern gehörter – Gast beim Rheingau Musik Festival. 2015 war er Fokus Jazz-Künstler des Festivals. Er weiß nicht nur die Herzen echter Jazzfans zu gewinnen. Auch jene, die meinen, keinen Jazz zu mögen, verfallen der Musik und dem authentischen Charme des Mannes mit der roten Posaune. „Mit Nils Landgren zeichnen wir einen der bedeutendsten Jazzmusiker Europas und eine einzigartige Musikerpersönlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter und vielseitiger Musiker, sondern auch Produzent, Festivalleiter, Talentscout, Inspirator und vor allem Kosmopolit – immer getrieben von einer unbändigen Leidenschaft für das, was er tut“, begründet die Jury ihre Entscheidung und betont auch Landgrens besonderes Engagement: „Als umtriebiger Netzwerker, Mentor, Lehrer und Bühnenpartner setzt er sich unermüdlich für junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa ein und ist die Schlüsselfigur für viele Karrieren.“

Es ließe sich leicht über die vielen Erfolge Nils Landgrens schreiben. Über die Medaillen, die ihm von König Carl Gustav von Schweden verliehen wurden, über das deutsche Bundesverdienstkreuz, über das Jazz Baltica Festival, dessen Besucherzahlen sich unter Landgrens Leitung verdreifacht haben. Das alles zeigt den Stellenwert, den Musik in der Gesellschaft einzunehmen vermag. Und dabei geht es vor allem um die Musik eines einzigartigen Künstlers. Musik, die ihre Zuhörerinnen und Zuhörer direkt trifft und träumen lässt von den vergangenen – und zukünftigen – Weihnachtsfesten mit den Menschen, die uns am liebsten sind.

© Ansgar Klostermann
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